Sonntag, 18. Mai 2014

Noppenplatten, Noppenplatten, Noppenplatten...

Direkt nach dem Verlegen der Dämmung haben wir uns daran gemacht, die Noppenplatten für die Fußbodenheizung zu verlegen. Im Prinzip nicht schwer, wenn man den Dreh einmal raus hat. Man muss nur aufpassen, dass man mit der richtigen Seite anfängt. In irgend einem Blog habe ich was von Blüten und Knospen gelesen, was es ganz gut trifft. Zwei benachbarte Seiten der Platten haben nämlich nur "Knospen" statt der "Blüten". Die Platten werden so ausgelegt, dass man vorne und rechts die Knospen hat, in die die anderen Platten "eingeknöpft" werden. In diesem Betrachtungsfall fängt man hinten links an und arbeitet sich nach rechts vor. Das Reststück der letzten Platte auf der rechten Seite dient immer als Anfang der nächsten Platte, genau so wie man es beim Laminat verlegen auch macht.



Da wir Fließestrich verlegen lassen wollen, müssen wir die Folie, die an den Randdämmstreifen angebracht ist mit den Noppenplatten verbinden. Sonst könnte der Fließestrich unter die Dämmung laufen, was böse Schallbrücken ergeben würde. Beim Noppensystem kann man die Folie auch in die erste Reihe der Noppen legen und sie dann mit dem äußersten Heizungsrohr fixieren. Oder man nimmt Dichtscnüre dafür, die an Stelle des Rohrs in die erste Reihe Noppen gedrückt werden. Ich wollte es mit Dichtschnüren probieren. Die, die ich besorgt hatte, waren mit 15mm aber zu dünn und hätten niemals dicht gehalten. Erste Lage Heizungsrohr kommt nicht wirklich in Frage, da man das Rohr nicht eng genug biegen kann, um in alle Ecken zu kommen. Also haben wir versucht, die Folie mittels Panzerband mit den Noppenplatten zu verkleben. Das war aber auch nix, da die Platten an den Rändern so zerklüftet sind, dass man das nie und nimmer dicht bekommt. Wir hatten dann versucht die Platten mittels Acryl zu verkleben, aber das hat auch nicht gescheit funktioniert. Schlussendlich haben wir die ersten verlegten Platten wieder angehoben und einfach mit der Trennschicht verklebt, so wie es Enrico von hausnummer17.blogspot.com auch gemacht hat. Das sollte auch funktionieren, schließlich geht es ja darum, zu verhindern, dass der Estrich zwischen die Wand oder unter die Dämmung läuft.



 





Nach dem Verlegen der Noppenfolie im Bad habe ich gleich die Leitungen für den Handtuchheizkörper verlegt und am Verteiler angeschlossen.



Da sich die Noppenplatten an den Ecken hochbiegen, wenn man die Heizungsrohre um die Ecken legt, liefert ProHaus Tellerstifte mit, mit denen man die Platten fixieren kann. Allerdings ergibt sich dadurch eine prima Schallbrücke, da der Estrich über die Nägelköpfe ja eine wunderbare Verbindung mit dem Boden hat. Dagegen werde ich mir auch noch was einfallen lassen müssen. Die Nägel waren für unsere Dämmung natürlich zu kurz, da die gelieferten für eine Dämmschichtdicke von 15mm ausgelegt waren. Leitungen auf dem Boden zu verlegen, die später in der Dämmung verschwinden müssen, ist ja auch was extrem seltenes...

Im Erdgeschoss haben wir vor dem Verlegen der Noppenplatten noch etwas nachgebessert. Die kleinen dünnen Platten über den Lüftungskanälen haben wir nochmal rausgenommen und den Zwischenraum mit Ausgleichsschüttung so weit aufgefüllt, dass die Platten anschließend bündig mit dem Rest waren. Dafür habe ich nochmal 100l Ausgleichsschüttung  besorgt. (Keine Dämmschüttung, da die Ausgleichsschüttung eine festere Oberfläche ergibt und nicht bei jeder Erschütterung wegrieselt.)


Nach der Korrektur hatten wir dann eine halbwegs ebene Oberfläche.

Außerdem habe ich Baufolie besorgt und Sabrina hat mit ihrem Vater das komplette EG mit Folie ausgelegt und anschl. mit den Randdämmstreifen verklebt.












Wenn man den Dreh einmal raus hat, ist es kein Problem mehr, die Noppenplatten durchgehend durch alle Räume zu verlegen.







Dort wo die Noppenplatten einen etwas größeren Abstand zur Wand hatten, haben wir sie zusätzlich mit Panzerband an der Folie festgeklebt, damit beim Einbringen des Estrichs der Schwall aus dem Schlauch die Platten nicht hochdrücken kann. Vielleicht etwas übertieben, aber man weiß ja nie. Murphy ist sowieso ein besonderer Freund von mir.

Beim Verlegen der Platten ist es extrem wichtig, alle Reste aufzuheben und diese an der nächsten Bahn anzusetzen, sonst reichen die gelieferten Noppenplatten nämlich nicht aus. Wir hatten zum Schluss gerade mal 6 Platten übrig. (Eine Platte hat ziemlich genau 1m² Fläche, also 6m² Rest.)

Kommentare:

  1. Hallo,
    Frage; Wie hast du die Heizungsrohe auf Dichtigkeit geprüft? Laut Hersteller gibt es eine Vorgehensweise mit einem Druckprüfgerät.
    Viele Grüße aus Wolfsburg,

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    1. Hallo Sven,

      Druckprüfung bei Fußbodenheizung ist in der Tat problematisch. Wir haben an jedem Heizkreisverteiler Vor- und Rücklauf abgesperrt und an einem der Füll- und Entlüftungsanschlüsse (ist an Vor- und Rücklauf vorhanden) einen Kompressor angeschlossen. Ein echtes Druckprüfgerät hatten wir nicht. 8bar drauf, zugedreht und über Nacht stehen lassen. Allerdings mussten wir die Automatik-Entlüfter dafür wieder abbauen. Unser Heizungsbauer hielt eine Druckprüfung für nicht notwendig. Da ja innerhalb der Kreise keine Verbinder sind, können Undichtigkeiten nur am Verteiler auftreten oder falls ein Rohr durch einen Knick beschädigt wurde. Undichtheiten durch Knicke im Rohr zeigen sich angeblich schon bei geringen Drücken und das hätten wir wohl schon beim Befüllen der Kreise bemerkt. Im laufenden Betrieb kann man es jedenfalls nicht abdrücken, da das Sicherheitsventil schon bei 3bar öffnet.
      Ich hatte etwas Bauschschmerzen, weil die Versorgungsleitungen damit nicht getestet werden, aber glücklicherweise liegt kein Rohr bei uns im Estrich. Der EG-Verteiler steht mehr oder weniger direkt über der Einspeisung im Keller und die waagerechten Rohre für den Verteiler im OG verlaufen bei uns unter der Decke im Flur. Da noch nichts verspachtelt ist, müsste ich im schlimmsten Fall nur die Gipskartonplatten wieder abschrauben. Die Durchdringungen der Decken sind mit Bauschaum ausgespritzt, d.h. selbst da käme man dran um was zu tauschen.
      Laut der Erfahrung unseres Heizungsbauers sind Undichtheiten durch Knicke im Mehrschicht-Rohr tricky, da es sein kann, dass nur die beiden inneren Rohre undicht sind und das äußere PE-Rohr noch intakt ist. Dann läuft Wasser am Verteiler aus dem Rohr und es ist fast unmöglich, herauszufinden wo genau die Beschädigung ist. In so einem Fall bleibt einem nur übrig, den kompletten Kreis zu tauschen.

      Gruß

      Falk

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  2. Hallo, ist zwar schon länger her, aber wir legen auch grad Noppenplatten. Wie habt ihr die Eckken befestigt bekommen, bei uns biegen sie sich auch hoch...der Erstrichlieferant meinte das würde der Estrich runterdrücken....?
    Und, habt die die Platten untereinander auch noch verklebt?
    Viele Grüße
    Rohkamp

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