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Mittwoch, 23. Oktober 2013

Der Teufel hat seine Großmutter erschlagen...

Gestern kam Post aus Nordhorn - die Stellungnahme zu unserer Mängelanzeige, die ich am 11.10. abgeschickt hatte. Offensichtlich hat selbige wohl mehr Eindruck gemacht, weil diesmal ein Gutachten eines vereidigten Sachverständigen dabei war. Auf unsere Mängelanzeige der mangelhaften Perimeterdämmung des Kellers, die ich bereits Anfang Juni verschickt hatte, sah man sich ja in Nordhorn nicht genötigt zu antworten.
Ich hatte den Gutachter ja hauptsächlich wegen zwei kleiner feuchter Stellen im Keller bestellt und um Klarheit über die korrekte Ausführung der Sockelisolierung zu bekommen.
Leider war sein Statement zum Wassereinbruch kritisch, sprich: die Abdichtung ist fehlerhaft und muss auf jeden Fall nachgebessert werden. In der Zwischenzeit hat sich seine Einschätzung als korrekt erwiesen, da mittlerweile an fast allen Wänden Wasser eindringt:













Zur Sockelisolierung ist zu sagen, dass ich mit meinen Recherchen Recht behalten habe, sprich: es führt kein Weg daran vorbei, dass die Perimterdämmung, die bei uns bis zur Oberkante der Kellerdecke reicht, teilweise entfernt werden muss, weil die Perimeterdämmung eben nicht selbst als Abdichtung fungieren darf, obwohl sie das vielleicht könnte. Die Bauvorschriften zu diesem Thema sind in Deutschland relativ eindeutig.

Bei der Objekt-Begehnung und Sichtung unsereres Foto-Materials sind ann noch weitere Mängel bzw. Ungereimtheiten aufgefallen. Z.B. sind unsere Keller-Lichtschächte zu hoch montiert, d.h. sie schließen auch mit der Oberkante der Kellerdecke ab. Nach der geplanten Geländehöhe müssten sie aber mit der Unterkante abschließen. Obwohl ich schon dutzende Male an den Lichtschächten vorbeigelaufen bin, ist mir das selbst nie aufgefallen.

Weitere Mängel:

  • Die Lichtschächte sind nicht wasserdicht ausgeführt, obwohl sie das bei einem druckwasserdichten Keller eigentlich sein müssten.
  • Die Lichtschächte sind nur oben befestigt, d.h. die unteren Verschraubungen sind ungenutzt.
  • Ein Entwässerungssystem für die Lichtschächte fehlt, d.h. die Schächte sind unten offen.

Jetzt zur eigentlichen Stellungnahme. Ich bin mal so frech und poste sie komplett:

Bissige Kommentare von mir sind blau dargestellt.


Zu Thema 1: Abdichtung des Kellergeschosses

Der Keller wurde, wie in der Zusatzvereinbarung zum ProHaus-Vertrag beschreiben, entsprechend der WU-Richtlinie ausgeführt. Die Bauteildicken von Kellersohle und Betonfertigteilwandelementen entsprechen den geforderten Bauteildicken. 
Wurde nie angezweifelt.
Die sich aus der Bauweise ergebenden Fugen zwischen den Bauteilen wurden mit dafür geeigneten Materialien und entsprechend den anerkannten Regeln der Technik, unter Beachtung der herstellerspezifischen Verarbeitungshinweise, fachgerecht abgedichtet.
Hmm, wo kommt dann das Wasser im Keller her?
Die Perimeterdämmung an den Kelleraußenwänden wurde im Punktklebeverfahren angebracht. Die Dämmplatten sind dadurch gegen ein Verschieben gesichert. Am Fußpunkt ist für die Dämmplatten eine feste Aufstandsfläche in Form des Kellersohlenüberstandes und der Hohlkehle vorhanden.
Die gedämmten Kellerwände und der Kellersohlenüberstand wurden von den Bauherren mit einer Noppenbahn vor der Verfüllung der Arbeitsräume geschützt. Es wird unsererseits ausgeschlossen, dass bei der Verfüllung der Baugrube die Abdichtung durch die Dämmplatten derart beschädigt wurde, dass es zu einem lokal begrenzten Eindringen von Wasser kommt.
Das finde ich schon mal cool, weil ich davon ausgegangen bin, dass die Ausrede wohl darin bestehen würde, dass beim Verfüllen der Baugrube nicht sorgfältig vorgegangen wurde und die Abdichtung beim Verfüllen des Kellers beschädigt wurde. (Was aufgrund der Perimeterdämmung in der Tat schwer sein würde.)
Wir gehen davon aus, dass bei dem Anbringen der Noppenbahn an der Kelleraußenwanddämmung durch die Bauherren die Abdichtung im Bereich des Ansatzes Kellersohle/Wand lokal durch die verwendeten Befestigungsmittel für die Noppenbahn beschädigt wurde. Bei der anschließenden Verfüllung der Arbeitsräume können die so erzeugten Fehlstellen unter Umständen weiter beschädigt worden sein. 
Hmm ProHaus, ganz dünnes Eis.
Eigentlich wollten wir die Noppenbahn mit Dämmstoffdübeln befestigen. Unser Tiefbauer hat uns jedoch davon abgeraten, da die Gefahr bestanden hätte, dass die sich nach unten bewegende Noppenbahn die Dämmplatten abreisst. Er hat uns Dachpapp-Nägel empfohlen, weil man die mit der Hand eindrücken kann und diese die Noppenbahn nur so leicht fixieren, dass sie bei Setzungsvorgängen herausgezogen werden.
Wie wir mit 5cm langen Nägeln die Abdichtung hinter einer 8cm dicken Dämmplatte beschädigen können, muss mir mal einer zeigen. Wenn wir die Abdichtung in der Hohlkehle hätten beschädigen wollen, hätten wir die Nägel diagonal eintreiben müssen. Dafür müssten die wohl mindestens 12cm lang sein...




Eine Grundsanierung der Abdichtung ist nicht erforderlich, da die Dichtigkeit des Kellers gegen den Lastfall aufstauendes Sickerwasser und drückendes Wasser gegeben ist. 
Hää? habt ihr Tomaten auf den Augen? Fotos sind doch im Gutachten dabei.
Die lokal auftretenden Feuchtestellen im Keller sind von uns zu begutachten, um ggf. Maßnahmen für deren Sanierung zu treffen. Ein Freischachten des Kellers ist ebenfalls nicht erforderlich, da eine ggf. notwendige Sanierung der lokal auftretenden Feuchtestellen vom Inneren erfolgen kann. 
Das sieht unser Gutachter anders.
Der Aufwand für das Freischachten des Kellers wäre unverhältnismäßig hoch im Vergleich zu einer ggf. notwendigen Sanierung der lokal auftretenden Feuchtestellen. 
Bei der Masse der mittlerweile aufgetretenen Fehlstellen leider nicht.
Ein Verschulden für die Wassereintritte weisen wir zurück.
Tjaa, dann halt Gerichtstermin, wie von mir prophezeit.
Das verwendete Material für die Fugenabdichtung Weber.tec Superflex D24 ist für den Lastfall zeitweise aufstauendes Sickerwasser und drückendes Wasser geeignet. Dies kann dem angehängten Prüfzeugnis entnommen werden. 
Dass das verwendete Material für die Abdichtung geeignet ist, wurde nie angezweifelt. Die Beschädigungen kommen sehr wahrscheinlich davon dass vergessen wurde, die Dämmplatten im Fußbereich anzufasen.

Zu Thema 2: Montage der Dämmplatten an den Kelleraußenwänden

Das punktweise Verkleben der Dämmplatten wird bei einem Bauwerk aus wasserundurchlässigem Beton zur Sicherung der Lage der Dämmplatten bis zur Verfüllung der Arbeitsräume vorgenommen. Wird die Baugrube angefüllt, wobei die Verfüllung lagenweise mit einer Verdichtung des Verfüllmaterials vorgenommen wird, drückt der Verdichtungserddruck die Dämmplatten fest an die Kellerwand. Eine vollflächige Verklebung der Dämmplatten bei einem Bauwerk aus wasserundurchlässigem Beton ist normativ nicht vorgeschrieben.
Stimmt leider, es gibt keine DIN, die so etwas klar regelt. Allerdings gibt es auch keine, in der steht, dass punktweise Verklebung ausreicht. Es ist einfach in keiner DIN geregelt - dafür aber in den Verarbeitungsanweisungen der Hersteller.
Aus den Angaben von einigen Herstellern von Perimeterdämmungen und von Klebern, die besonders zum Anbringen von Perimeterdämmungen geeignet sind, geht teilweise hervor, dass die Perimeterdämmung bei zeitweise aufstauendem Sickerwasser und drückendem Wasser vollflächig zu verkleben ist. 
Na also, sowohl in den Verarbeitungshinweisen von SG Weber, als auch DOW Chemicals (Hersteller der Dämmplatten) steht es ausdrücklich drin. Darauf habe ich in meiner ersten Mängelanzeige bereits hingewiesen und Kopien der Richtlininien gleich begefügt...
Durch das vollflächige Verkleben der Dämmplatten soll lediglich verhindert werden, dass Wasser zwischen die Dämmplatten und den wasserundurchlässigen Beton gelangt, wodurch die Wärmedämmeigenschaften des Systems „gedämmte Kelleraußenwand" verringert werden würden. 
Was heißt hier "lediglich"?
Durch korrekten Reifen-Fülldruck soll lediglich verhindert werden, dass ich bei Tempo 200 von der Straße abkomme???
Für diesen Fall wurde eine angepasste Wärmeschutzberechnung angefertigt, aus der hervorgeht, dass der Energieeinsparnachweis für das KfW Effizienzhaus 70 eingehalten bleibt. Die Berechnung ist diesem Schreiben als Kopie angehängt. Somit stellt ggf. eindringendes Wasser zwischen die Dämmplatten und den wasserundurchlässigen Beton des Kellers keinen Mangel dar, da die Funktionstüchtigkeit der Dämmung für den beabsichtigten Zweck in ausreichendem Maße gegeben ist.
Das müsst ihr erstmal beweisen. Irgendwas werden sich die Hersteller der Dämmung bei den Verarbeitungsanweisungen schon dabei gedacht haben, wenn sie schreiben, dass bei drückendem Wasser vollflächig verklebt werden muss, weil sonst die Dämmwirkung nicht gegeben ist.

Thema 3: Sockelausbildung

Zu dem Thema Sockelausbildung werden zwei Punkte im Gutachten angesprochen. Zum einen ist ein zu großer Spalt zwischen der Oberkante der Perimeterdämmung des Kellers und dem Sockel des WDVS vorhanden. Zum anderen geht es um die generelle Sockelausbildung. Hierzu steht geschrieben, dass die Sockelausbildung bei der zurzeit vorhandenen Geländehöhe in Ordnung ist. Die Lichtschächte wären in diesem Fall zu hoch montiert. Es ist abzustimmen, auf welche Höhe das Gelände angefüllt werden soll, da die geplante Höhenlage, wie auch im Gutachten beschrieben, in der Bauzeichnung und im Werkplan des Kellers unterschiedlich angenommen wurde. Hierzu möchten wir Ihnen die folgenden Kompromisse, in Abhängigkeit der Geländeausbildung, anbieten:
Variante 1:
Das Gelände bleibt auf der zurzeit vorhandenen Höhe. Die Sockelausbildung ist damit, wie vom Gutachter beschrieben, in Ordnung. Wir könnten die Lichtschächte an diese Geländehöhe anpassen und den zu großen Spalt zwischen der Oberkante der Perimeterdämmung des Kellers und dem Sockel des WDVS nachbessern.
Variante 2:
Das Gelände soll gemäß dem Detail des Kellerwerkplans höher angefüllt werden. Die Montagehöhe der Lichtschächte wäre in diesem Fall in Ordnung. Der Sockelbereich müsste überarbeitet werden. Die Ausführung würde wie in der Mail vom 12.09.2013 beschrieben vorgenommen werden können. Die Mail ist diesem Schreiben angehängt.
Stimmt, mittlerweile hat ProHaus eingelenkt und eine korrekte Abdichtung mit der Entfernung der Dämmung im oberen Bereich vorgeschlagen. Das war am 12.9. Den Gutachter-Termin hatten wir aber zwei Tag vorher, so dass er das in seinem Gutachten noch gerügt hat.

Thema 4: Lichtschachtmontage

Die Lichtschächte werden nur oben befestigt, damit es für die Bauherren im Nachhinein leichter ist, die Lichtschächte um einige Zentimeter aus dem Erdreich zu ziehen, falls dies bei der späteren gärtnerischen Gestaltung notwendig wird. Der Lichtschacht wäre dafür nicht komplett freizulegen, um die unteren Befestigungen zu lösen. 
Cool: It's not a bug - it's a feature!
Die Lagesicherheit der Lichtschächte ist durch zwei Befestigungspunkte ausreichend gegeben, da sich diese während der Anfüllung offensichtlich nicht verschoben haben. 
Nach dem Motto: "Was habt ihr denn? Hat doch funktioniert!" Eine Boeing 737 hat 6 Reifen, theoretisch reichen zum Landen aber auch 3 Stück.
Eine Abdichtung der Lichtschächte an der Kontaktstelle zur Perimeterdämmung und ein Entwässerungsanschluss bzw. eine Lichtschachtentwässerung sind nicht im Leistungsumfang zum Keller enthalten und somit bauseitige Leistungen. Gem. der Bau- und Leistungsbeschreibung erfolgte die Lieferung und Montage von Kunststofflichtschächten einschließlich verzinktem Abdeckrost und Diebstahlsicherung. Eine fehlende Abdichtung und fehlende Entwässerungsanschlüsse können nicht bemängelt werden.
Na gut, das einzuklagen könnte schwer werden. In der BLB hätte aber ruhig mal darauf hingewiesen werden können. Ansonsten mache ich mir Sorgen um mein nächstes Auto, nämlicherweise um alle Dinge, die VW im Prospekt nicht explizit erwähnt...

Zusammenfassung:
Der Keller entspricht nach der aktuellen Höhenlage des Geländes der vertraglich vereinbarten Beschaffenheit. Die Sockelausbildung weist eine mangelhafte Ausführung aus, für deren Nachbesserung wir Ihnen zwei Varianten angeboten haben. Die im Gutachten beschriebenen, über die Sockelausbildung hinausgehenden Sanierungsmaßnahmen und ein Freischachten des Kellers sind nicht erforderlich. Die lokal auftretenden Feuchtestellen im Keller sind von uns zu begutachten, um ggf Maßnahmen für deren Sanierung zu treffen. Ein Verschulden für die Wassereintritte weisen wir zurück.
Sollten Sie die unter Kapitel 3 des Gutachtens aufgeführten Maßnahmen eigenverantwortlich veranlassen, werden wir keinerlei Kosten übernehmen.

Naja, dann schaun wir mal, wie es weitergeht. Um die Beauftragung eines Anwalts werden wir wohl kaum herum kommen. 
Achtung! Der weitere Text ist wieder komplett von mir, auch wenn er nicht blau markiert ist.

Da der Post eh schon viel zu lang ist, um ihn "mal schnell" zu lesen, hier das Update der letzten Woche in Kurzform:
Wir haben weiter das OG mit Spanplatten beplankt. Also nix besonders Aufregendes und ich halte Bilder davon jetzt auch nicht für sooo spannend. Wenn ihr anderer Meinung seid, bitte kurzen Kommentar abgeben. Kann ich gerne nachreichen.
Das einzig Berichtenswerte ist, dass wir die Trennwand zwischen Bad und Schlafzimmer auf der Bad-Seite doppelt beplankt haben, zum einen aus Stabilitätsgründen und zum Anderen erhoffen wir uns einen etwas besseren Schallschutz. Außerdem haben wir zwei mal 50mm Dämmwolle in die Trennwand gemacht. mal schaun ob's was bringt. Schaden dürfte es wohl kaum.
Ach stimmt, was mir noch einfällt: Das Konstruktionsholz scheint an einigen Stellen keine Kiefer/Fichte zu sein, sondern eher Balsa. Die tollen Würth-Schrauben drehen manchmal einfach durch (auch in der Mitte des Stiels) und lassen sich dann nicht komplett versenken. Bis jetzt konnten wir uns mit den No-Name Schrauben unseres Magazinschraubers behelfen. Dadurch, dass selbige aber manchmal ziemlich eiern, kann man nicht überall mit dem Magazinschrauber arbeiten, weil der nicht präzise genug ist. An einigen Ecken bleibt einem dann nix anders übrig, als die Schrauben aus den Gurten zu pulen und sie mit dem Akkuschrauber reinzudrehen. Luxus-Probleme halt...
Ich hoffe mal dass wir das OG spanplattentechnisch kommendes WE fertig bekommen, so dass wir dann ab KW 44 endlich mit dem Gipskarton anfangen können.

Mittwoch, 11. September 2013

Der GAU...

Gestern hatte ich den Termin mit dem Gutachter um noch zwei weitere Punkte zu klären. Mal abgesehen von der nur punktförmig verklebten Perimeterdämmung, die bei drückendem Grundwasser nicht ausreichend ist und von uns schon im Juni per Mängelanzeige an ProHaus gemeldet wurde, haben wir zwei neue Probleme. Zum einen die Problematik der Sockelisolierung, die wir ja AUF die Perimeterdämmung des Kellers aufbringen sollen und WASSER IM KELLER.........



Sieht harmlos aus. Ist es leider nicht. Wir haben (für 47k€) einen Keller aus WU-Beton, im Volksmund auch weiße Wanne genannt, bekommen. Der soll druckwasserdicht sein, was er auch muss, da das Grundwasser derzeit ca. einen Meter hoch an der Außenwand steht.
Normalerweise ist das bei einer weißen Wanne kein großer Beinbruch: einfach Injektionsmörtel an der Fehlstelle einpressen, aushärten lassen, fertig.
Das würde funktionieren, wenn wir eine echte weiße Wanne hätten, sprich wenn der gesamte Keller eine monolithische Wanne oder anders ausgedrückt: aus einem Stück wäre. Das ist der Fall, wenn die Außenwände aus Ortbeton in einer Schalung auf die Bodenplatte gegossen und verdichtet werden. In diesem Fall ensteht eine so genannte Wanne.
Das ist bei uns aber leider nicht der Fall, da die Kellerwände als Fertigteile auf die Bodenplatte aufgesetzt wurden. Bei dieser Bauweise müssen die resultierenden Fugen druckwasserdicht abgedichtet werden. Die Wände werden dazu in ein Mörtelbett aus Dichtschlämme (Ceresit CR65) gesetzt. Von außen wird an allen Stößen und in der Hohlkehle eine spezielle Dichtbahn aufgespachtelt. Wenn das sorgfältig gemacht wird, sollte das auch dicht sein. Leider rächt sich an diesem Punkt offensichtlich die nur punktförmige Verklebung der Dämmplatten. Vermutlich hat sich eine der Platten beim Verfüllen der Baugrube gesetzt und drückt in die Dichtbahn, die jetzt dort aufgerissen ist. Der CR65 reicht als Abdichtung allein nicht aus.


Wie auf dem Foto zu sehen ist, wurde die Platte innen an der Hohlkehle nicht ausgeschnitten, so dass die Kante des Falzes auf die Dichtbahn drückt. Ironischerweise zeigt das Foto auch genau die Platte, die vermutlich den Riss verursacht hat.
Zurück zum Injektionsmörtel: Geht deshalb nicht, da die Injektion hier genau kontraproduktiv wäre. Beim Einpressen von innen, würde draußen die Dichbahn weggedrückt und damit der Schaden eher noch vergrößert.
Die einzig wirklich hifreiche Lösung ist in diesem Fall das Aufgraben des Kellers, Entfernen der Perimeterdämmung, Erneuerung der Abdichtung und das vollflächige Verspachteln der neuen Perimeterdämmung. Es gibt prinzipiell noch andere Möglichkeiten den Keller wieder dicht zu bekommen, aber leider keine auf die man vom ausführenden Unternehmen eine Garantie für die Dichtheit bekommt.
Das gibt dann wieder eine neue Mängelanzeige an ProHaus.
Ich betätige mich hier mal als Wahrsager: Das landet bestimmt vor Gericht.
Ich habe mich mittlerweile wieder etwas beruhigt. Wir können die Katastrophe zwar momentan nicht beseitigen, aber zumindest etwas abmildern. Ich werde dann mal wieder die Tauchpumpe auspacken, mit der wir die Grube während der Bauzeit leergepumpt haben und unseren Granit-Swimminpool, der den Keller umgibt, leerpumpen. Allerdings ist das natürlich keine Dauerlösung, da wir das Grundwasser nicht in die Kanalisation einleiten dürfen und ich das Wasser auch nicht dauerhaft auf die Wiese pumpen kann. Ich gehe mal stark davon aus, dass die Beseitigung des Problems bei uns hängen bleibt und wir uns das Geld dafür vor Gericht erstreiten werden müssen.

Zu allem Überfluss bekam ich heute morgen aus Nordhorn den schon lange erwarteten Anruf, wo denn die Abrufkarte bleibt, dass wir die Sockelisolierung erledigt haben und das Haus endlich verputzt werden kann...

Den armen Herrn Stotyn, der angerufen hat und für unsere Misere ja im Prinzip nix kann, habe ich am Telefon erstmal rund gemacht.
Trotzdem beweist es die Tatsache, dass in Nordhorn jeder sein eigenes Ding durchzieht und die rechte Hand nicht weiß, was die linke grade macht.

Mittwoch, 28. August 2013

Sockelisolierung 3

Heute hatten wir den Termin mit unserem Ausbauberater, Herrn Vieten.
Ergebnis ist meiner Meinung nach auch eher unbefriedigend. Sein Vorschlag ähnelt dem von Herrn Wolts. Wir sollen also die Bitumenbahn auf die Perimeterdämmung kleben. Der Spalt zwischen Perimeterdämmung und Dämmung der Hauswand soll mit Bauschaum gefüllt werden, damit es keine Kältebrücke gibt und die Bitumenbahn in diesem Bereich einen haltbaren Untergrund hat. Oben soll die Bitumenbahn dann an der Unterkante der Putzschiene der EPS Dämmung angebracht werden, also in etwa so:

Die rote Linie ist der Verlauf der Bitumenbahn.


Ich habe jedenfalls kein gutes Gefühl dabei und werde mal wieder einen Gutachter befragen. Problem ist, dass die Herren Gutachter auch immer gut ausgelastet sind und wir frühestens in zwei Wochen einen Termin bekommen können. Also ruht die Sockelisolierung weitere zwei Wochen.

Ansonsten hat sich in der letzten Zeit relativ wenig getan, da ich dienstlich unterwegs war. Zur Zeit sind wir ja noch mit dem Thema Elektrik im EG beschäftigt, was bei mir in etwa um den Faktor 5 umfangreicher ausfällt, als bei Standard-Installationen. Sabrina ist zwar fleißiger und produktiver als ich und auch super talentiert, ganz egal was sie für neue Aufgaben bekommt, sie macht aber nix ohne explizite Anweisung von mir. Insofern war es etwas ruhiger auf der Baustelle die letzten Tage. Immerhin haben wir es geschafft, die Leitungen für die Kammer und die Küche zu verlegen, so dass in den ersten zwei Wänden schon mal Dämmung eingebracht werden konnte. Bilder dazu gibts aber erst im nächsten Post.

Freitag, 23. August 2013

Sockelisolierung 2

Nachdem am Mittwoch anscheinend niemand zum vereinbarten Termin erschienen ist, habe ich doch heute tatsächlich eine Antwort auf mein Beschwerdemail von Herrn Wolts bekommen.

Es war wohl jemand vom Kundendienst um 14:00 auf der Baustelle hat aber niemand von uns angetroffen. 14:00Uhr? Das versteht G+W also unter später Nachmittag... Puhh, dann möchte ich keine Termine mit denen am frühen Morgen ausmachen, da braucht man dann wahrscheinlich gar nicht erst in Bett zu gehen. Tatsächlich war Sabrina erst nachmittags da, nämlicherweise um 14:45. Telefon scheint in Nordhorn auch noch nicht erfunden worden zu sein. Mittlerweile schafft es sogar die Telekom, mich auf dem Handy anzurufen...


Weiterer Inhalt des Mails:
Es konnten keine Arbeiten ausgeführt werden, da das Gerüst noch steht und ein Teil der Dämmung vorher freigelegt werden muss, was durch das Gerüst nicht möglich ist.

Hmm, das Gerüst steht noch? Stimmt, das wartet darauf, dass wir die Karte mit dem Erledigungsvermerk der Sockelisolierung nach Nordhorn schicken, damit das Haus dann endlich mal verputzt werden kann.

Der Kundendienst ist der Meinung, dass es sehr aufwändig ist die Dämmung zu entfernen und dass diese dabei mit sehr großer Wahrscheinlichkeit kaputt gemacht wird und danach nicht mehr verwendet werden kann.

Der Meinung bin ich auch. Wie wäre es mit Entfernen und NEUE Dämmung anbringen? Ach nee, das kostet ja Geld...

Uns wird angeboten im Sockelbereich bis 20 cm unter geplantes Gelände eine Bitumenabdichtung auf der Dämmung aufzubringen. Die Fuge zwischen Betondecke und Betonwand ist dann zwar nicht direkt abgedichtet, es wird jedoch eine Abdichtung der Fuge erzielt, wenn sich die abdichtenden Elemente um 20 cm überlappen. Diese wären dann die Abdichtung im Sockelbereich auf der Dämmung und die Betonwand an sich.
Danach können wir den Sockelputz aufbringen.

Es wird jedoch eine Abdichtung der Fuge erzielt, wenn sich die abdichtenden Elemente um 20 cm überlappen? Verstehe ich leider nicht. Von der Idee, die Bitumenbeschichtung AUF die Perimeterdämmung aufzubringen halte ich relativ wenig, da ich sowas bis jetzt nirgends gesehen habe. 

Außer der Nachfrage, ob es keine Handys in Nordhorn gibt, habe ich erstmal nix auf das Mail geantwortet.

Ich habe gestern mit unserem Ausbauberater telefoniert und um einen Ortstermin gebeten. Vielleicht hat er ja einen besseren Vorschlag. Der Termin dafür ist nächsten Mittwoch.

In diesem Zusammenhang ist mir eine "nette" Passage zu diesem Thema im Ausbau-Ordner aufgefallen: 
Die Verlegeanleitung beruht auf praktischen Erfahrungen und anwendungstechnischen Prüfungen. Die objektspezifischen Gegebenheiten sowie die richtige und damit erfolgreiche Anwendung des Produktes liegen außerhalb des Einflussbereichs des Herstellers. Daher ist die Eignung der Produkte im Zweifelsfall durch ausreichende Eigenversuche zu überprüfen. Eine unmittelbare, rechtliche Haftung kann weder allein aus den Hinweisen dieser Anleitung noch aus einer mündlichen Beratung abgeleitet werden.

Aha, im Prinzip ist es wurscht, wie man die Sockelisolierung macht, im Zweifelsfall ist man also eh immer selbst schuld...

Donnerstag, 22. August 2013

Sockelisolierung 1

Gestern war der Termin, an dem am späten Nachmittag jemand vom Kundendienst von Gussek und Wolts vorbeikommen sollte, um einen Teil unser Perimeterdämmung zu entfernen. Da ich nicht konnte, hat Sabrina einen halben Tag frei genommen. Als hätte ich es geahnt, ist von G+W niemand erschienen. Herr Wolts ist telefonisch nicht erreichbar und eine Mailbox, auf der man eine Nachricht hinterlassen kann, ist auch nicht aktiv. (Das wäre für meinen Arbeitgeber bereits ein Abmahnungs-Grund).
Wer glaubt, dass man im Internet frei seine Meinung äußern kann, der irrt gewaltig. Deshalb endet dieser Post hier...

Mittwoch, 19. Juni 2013

Ausbaumaterial

Gestern und heute wurde das Ausbaumaterial für unser Haus geliefert und das ausgerechnet an den bis jetzt heißesten Tage des Jahres 2013.
Als erstes mussten wir die nachgelieferten First- und Ortgang-Dachziegel beiseite schaffen. Diese waren am Montag geliefert worden und praktscherweise mitten in die Einfahrt gestellt worden. Da keiner von uns in der Lage war, die ca. 500kg schwere Palette am Stück zu heben (sowas aber auch...), blieb uns nix anderes übrig, als die Ziegel einzeln umzulagern. Beim Öffnen der Verpackung stellte sich heraus, dass von den gelieferten Firstziegeln auch schon wieder sechs kaputt waren. Oh Mann...


Kein Transportschaden, aber nicht unbedingt die Qualität, die ich von Braas erwarte.

Der erste Lkw brachte die Dämmung. Habs noch nicht gezählt. Dürften aber mindestens 80 Rollen gewesen sein.

Der erste Lkw war noch gar nicht richtig entladen, da kam schon der zweite: Heizungs- und Sanitärmaterial.

Und der dritte Lkw kam auch, bevor die Sanitärlieferung entladen war: Spanplatten, Latten und diverses weiteres Ausbaumaterial. Da unsere Einfahr blockiert war, hat der Fahrer in der Querstraße geparkt. Dank Stapler war das Entladen kein Problem.

80er Heizkreisverteilerschränke waren wohl grade aus. Die beiden gelieferten Schränke waren 1,10m breit. Da muss ich wohl mal mit Dahotherm sprechen, ob man die nicht gegen etwas kleinere tauschen kann.

144 Noppenplatten für die Fußbodenheizung stehen im Obergeschoss und warten auf ihre Verfrachtung in den Spitzboden. Wenn wir soweit sind, dass wir die Noppenplatten verlegen können, mache ich drei Kreuze.

Dämmrollen verteilt auf alle Räume im OG.



Im Erdgeschoss mussten wir die Rollen übereinander stapeln, da sonst zu wenig Platz für das restliche Material bleiben würde.




100 Spanplatten a 2,67m x 1,25m, also summa summarum 333m². Eigentlich hätte ein Drittel in das Dachgeschoss gebracht werden müssen. Wir haben testweise eine Platte nach oben gewuchtet. Das hat so lange gedauert und war so schweißtreibend, dass wir uns dafür entschieden haben, die Platten erstmal im EG zu lagern. Im Ausbauordner steht, dass man die Platten zur leichteren Montage dreiteilen kann.

 Laut Etikett 60 Platten.

Nach meiner Zählweise eher 38. Mal schaun, wo der Lieferschein abgeblieben ist.

Hier ist im Prinzip nur die Spitze des Eisbergs zu sehen. Für das Fotografieren hatte ich bei der ganzen Schlepperei keinen Nerv.

Vielen Dank an alle fleißigen Helfer!

Am Mittwoch kam auch noch Herr Thape von ProHaus vorbei, als Vertretung für "unseren" Ausbauberater Herrn Vieten. Es gab natürlich gleich mal jede Menge nützliche Tipps. Ein Problem, dass wir haben, ist z.B. die Sockelisolierung. Üblicherweise ist die Bodenplatte, bzw. wie in unserem Fall die Kellerdecke, nicht isoliert / gedämmt. In diesen Zwischenraum wird erstmal eine Bitumenbahn geklebt und die Lücke später mit EPS-Dämmung geschlossen. Das ist bei uns etwas anders, da die EPS-Dämmung des Kellers mit der Oberkante der Kellerdecke abschließt. Die Dämmung hat nämlicherweise bei unserem Keller als Schalung für das Gießen der Kellerdecke gedient. Da die EPS-Dämmung an den Hauswänden bis unten geht, haben wir nur eine ca 3cm hohe Lücke. Wie in diese Lücke die Bitumenbahn eingebracht werden soll, war mir ein Rätsel - Herrn Thape auch... Nach kurzem Telefonat mit Nordhorn kam die Ansage: "Sockelisolierung wird von ProHaus übernommen!" Wir könnten also schon die erste Postkarte abschicken, dass die Sockelisolierung erledigt ist. Passt noch nicht ganz, da wir ja zumindest noch die restlichen Wände unterfüttern müssen. Wir werden mit dem Abschicken der Karte auf jeden Fall warten, bis wir alle Holzteile am Dach gestrichen haben. Soweit ich das weiß, bleibt das Gerüst gleich stehen, bis die Verputzer kommen.