Mittlerweile sind wir mit dem Kabelziehen im OG soweit fertig, dass wir mit dem Beplanken der Wände anfangen können. Für das OG habe mich entschieden die Kabel, die über die Decke verlaufen, überhalb (bzw. hinter) der Dampfbremse zu verlegen. Im EG war es zwar ganz angenehm die Deckenlattung als Träger für die Kabel zu verwenden, Nachteil dabei ist aber, dass man an den Stellen wo das Kabel in eine Außenwand muss, oben an der Decke die Dampfbremse durchbrechen muss. Die ganzen Stellen abzudichten, bevor die Deckenplatten montiert werden, wird eine ziemliche Fummelei werden. Allerdings muss ich mir dann im OG Gedanken machen, wie ich den Durchgang des zentralen Kabelstrangs von der Decke aus herunter zum Elektroverteiler abgedichtet bekomme. Einen Tod muss man halt sterben...
Obwohl ich nochmal 200m Netzwerkkabel nachgekauft habe, hat es für die Trennwand zwischen Kinderzimmer 1 und 2 nicht ausgereicht. Ich kaufe aber kein weiteres Kabel. Da an den Wänden später sehr wahrscheinlich mal Schränke stehen werden, dürfte es nicht so tragisch sein, wenn an der Wand keine Netzwerkdosen sind. Außerdem sind Netzwerkkabel (bzw. teilweise Leerrohre) an den Ecken zur Außenwand vorhanden.
Insgesamt haben wir bis jetzt
- 30m NYM-J 5x2,5mm²,
- 200m NYM-J 3x1,5mm²,
- 700m NYM-J 5x1,5mm²,
- 650m Sat Koaxialkabel,
- 1200m Cat6 Netzwerkkabel
- 230m 4x2x0,6 J-Y(ST)Y (aka. Telefonkabel - Steuerleitung für Schalter)
- mehr als 400m H03VH-H 2x1,5mm² (für Deckenspots und Treppenleuchten)
verlegt / gezogen. Ein Großteil der Netzwerk- und Koaxkabel sind aber erstmal nur optional, d.h. die Kabel liegen zwar in der Wand, Dosen werde ich an den entsprechenden Stellen nur bei Bedarf setzen. Zum Bespiel ist die Küche und Abstellkammer auch mit Netzwerkkabeln versorgt. Man weiß ja nie: wenn der nächste Kühlschrank selbst Nachschub ordern soll, braucht der ja viellecht doch einen eigenen Netzwerkanschluss. Geht zwar alles auch über WLAN, es geht aber nix über ne physikalische Verbindung...
Für die Steckdosenkreise habe ich fast ausschließlich 5er NYM Kabel verwendet. Über die zwei zusätzlichen Phasen lassen sich dann später schaltbare Kreise realisieren. Im Prinzip habe ich vor, Mehrfachdosen zu setzen, bei denen ein Teil abschaltbar ist, so dass es nach Verlassen des Hauses nie mehr die Frage gibt: "Habe ich das Bügeleisen jetzt ausgeschaltet oder nicht?" Natürlich muss man dann auch den Zentralschalter betätigen, der alle optionalen Kreise abschaltet. Aber auch das sollte später mal automatisiert machbar sein, Stichwort: Präsenzmelder. Da wir die Kabel für die Steckdosen quer in den Wänden verlegt haben, können später an fast jeder Stelle im Bodenbereich Steckdosen gesetzt werden, vorausgesetzt dass nicht gerade ein Wandstiel oder ähnliches im Weg ist.
Bei den verlegten Netzwerkkabeln wären theoretisch 88 Anschlüsse machbar, bzw. 44 Doppeldosen, da ich die Kabel immer paarweise verlegt habe.
OK, sieht etwas wüst aus, aber die Kabel sollen später mal sowohl für das Bad, als auch für das Schlafzimmer herhalten.
Kabelverlauf in der Decke
Am Dienstag habe ich extra noch eine Wasser-Verteilung gebastelt, so dass die Verputzer draußen Wasser zapfen können und wir drinnen trotzdem noch Wasser für unser Bauklo haben.
Die Terminvergabe von den Verputzern war auch so ein Hickhack. Ich wollte mir extra einen Tag frei nehmen, um die Jungs einzuweisen, bzw. Besonderheiten abzuklären. Bis kurz vor knapp war aber nicht zu erfahren, wann die Verputzer kommen. Nachdem der Termin mehrfach verschoben wurde, war schlussendlich KW41 als Termin genannt worden. Auf Nachfrage ob der Trupp dann am Montag anrückt, wurde geantwortet, dass es wohl Mittwoch wird. Nachdem ich am Dienstag Urlaub für Mittwoch beantragt hatte, bekam ich Nachmittags einen Anruf, dass die Kolonne doch erst Donnerstag anrückt. Mein Chef hatte den Urlaub schon abgenickt... Also Urlaub wieder gecancelt und für Donnerstag neu beantragt. Am Mittwoch bekomme ich um 13.00Uhr einen Anruf aus dem ich vage entnehmen konnte, dass die Verputzer unterwegs sind und ca. 16:00Uhr an der Baustelle eintreffen. Vage deshalb, weil mein polnisch nicht so besonders gut ist. Also eher Feierabend gemacht und nach Hassenroth gedüst. Cool: wenn man vor 15:00Uhr unterwegs ist, kann man auf der A3 schneller als 60km/h fahren. Wusste garnicht dass das geht.
Die Jungs waren dann auch tatsächlich vor 16:00Uhr da. Insgesamt waren es drei Leute, wie angedeutet aus Polen, der "Chef" konnte aber ganz gut deutsch. Zumindest hoffe ich mal, dass er alles verstanden hat, was ich ihm erklärt habe. Nach meiner Ankuft wurde ich erstmal befragt, wo die restlichen Eckschienen sind, die für die Armierung gebraucht werden. ??? Ich habe zu verstehen gegeben, dass ich davon ausgehe, dass der Trupp das Material selbst mitbringt. Der Chef schüttelt den Kopf und zeigt auf die drei Paletten mit Spachtelmasse und Fertigputz, die in userer "Hofeinfahrt" stehen. Auf seine Frage, wo denn der Lieferschein dazu ist, habe ich ihm zu verstehen gegeben, dass das Material gestern noch nicht da war und ich angenommen habe, dass sie das mitgebracht haben. Nöp. Eckschienen??? Oh Mann. Er hat dann angefangen rumzutelefonieren und schlussendlich dann doch noch Eckschienen im Sprinter gefunden. Seine Gefolgsleute waren zwischenzeitlich bereits mit Anschleifen des Styropors und Abkleben der Kanten beschäftigt. Nachdem ich gesehen habe, dass die Eingangstür bereits mit Schutzfolie abgeklebt war, habe ich beschlossen, den Rest des Tages baufrei zu nehmen und habe mich getrollt.
Den freien Donnerstag habe ich dann genutzt, mal wieder Dokumenten-Ablage zu machen und diverse - ausnahmsweise mal nicht Bau-relevante - Dinge zu organisieren. Morgens hat es noch geregnet, aber gegen 10 Uhr hat es dann aufgehört und ab Mittag war das Wetter dann richtig schön. Also sind Sabrina und ich Abends auf die Baustelle gefahren, um den Fortschritt in Augenschein zu nehmen. Allerdings war die Enttäuschung groß. Am Donnerstag war offenbar keiner auf der Baustelle. Der einzige erkennbare Fortschritt waren die abgeklebten Fenster und Kanten, was aber sehr wahrscheinlich am Donnerstag noch gemacht wurde. Am Freitag Abend war dann zu sehen dass die Jungs wohl nochmal da gewesen sein müssen, da einige Kanten mit Armierungsgewebe versehen waren. Um so überraschter waren wir, als wir am Samstag Mittag auf der Baustelle ankamen und alle Styroporteile komplett mit Spachtelmasse bedeckt waren.
Dann müssen die wohl am Samstag in aller Herrgottsfrühe auf dem Bau gewesen sein.
So sieht es dann jetzt aus:


