Donnerstag, 9. Januar 2014

Produktiver Weihnachtsurlaub

Sorry dass wir solange nichts mehr von uns hören lassen haben, aber nach dem Umzug nach Nieder-Klingen, sind wir mehr oder weniger digitale Waisen, will heißen kein (brauchbares) Internet daheim. Sabrinas Fonic-Rufnummer haben wir zu Congstar portiert, da mit O2 in Hassenroth kein brauchbarer Empfang und in Nieder-Klingen gar kein Netz vorhanden war. Congstar (also D1) ist in Hassenroth super, d.h. Internet über UMTS geht auf der Baustelle. In Nieder-Klingen gibt es nur EDGE, d.h. bestenfalls WhatsApp & Co. Surfen im Netz geht damit aber nicht. Seufz. Obwohl ich kein Fan bin, werde ich es demnächst mal mit 1&1 probieren, die nutzen für den Mobilfunk das Vodafone-Netz.

OK, zurück zum eigentlichen Thema: Baustelle.

Da ich nicht so unbedingt der Weihnachts-Fanatiker bin, habe ich mich schon auf den Weihnachtsurlaub gefreut: Endlich wieder ein paar freie Tage am Stück und die Hoffnung sichtbare Fortschritte machen zu können. Entgegen anderer Erfahrungen schlaucht mich das Bauen nicht. Ich sitze tagsüber den ganzen Tag im Büro und finde den Ausgleich nach Feierabend oder am WE mal was produktives machen zu können nach wie vor gut. Am WE gilt lediglich die Devise, dass wir nix mit Gewalt machen, d.h. halbwegs ausschlafen und gut frühstücken muss sein.

Wir haben die letzten Tage hauptsächlich im OG verbracht, d.h. Gipskarton angeschraubt und Lattung an den Decken und Dachschrägen montiert.


Da die Trennwand zwischen Bad und Schlafzimmer sowie Kinderzimmer 1 und 2 genau mittig unter dem Deckenbalken verläuft, haben wir das Problem, dass wir die quer verlaufenden Deckenlatten hätten von einem Zimmer in das nächste durchziehen müssen. Geht aber aus zwei Gründen nicht. Erstens lässt sich die Latte wohl schlecht am Deckenbalken festschrauben (wie auch, wenn die Wand direkt darunter steht und zweitens ist es dann wohl Essig mit justieren, da die Latten gerade so drunter durch passen und anschließend kein Spielraum mehr zum Justieren ist. Da die auszugleichenden Differenzen aber durchaus schon mal zwei Zentimeter oder mehr betragen können, fällt das aus. Die Latten einfach am letzten freien Balken zu montieren hieße aber, dass das Ende bis zur Wand 50cm freitragend wäre. Das war mir zu wenig. Also habe ich dort wo später die Deckenlatten enden, aus diversen Balken-Resten Stücke geschnitten und diese seitlich am Deckenbalken zwischen den Zimmern verschraubt (und geklebt). Das war zwar schon vor Weihnachten, ich hab das aber im letzten Post nicht erwähnt, finde es für Bauherren, die evtl. vor dem selben Problem stehen, berichtenswert.

Den Zwischenraum zwischen Balken und Wand habe ich aus Schallschutzgründen mit Bauschaum ausgespritzt. Sonst kann sich der Schall über die Deckenplatten problemlos von einem Raum in den anderen ausbreiten.

Das Anbringen der Lattung an der Dachschräge in der Ankleide war auch ziemlich kniffelig. Auf der linken Seite ist ein Dachsparren vorhanden, an dem man die Latten montieren kann rechts neben dem Fenster ist der nächste Sparren aber im Schlafzimmer. Durch das zusätzliche Abluftventil, das ich im oberen Bereich der Schräge montiert hatte, war die Montage einer Latte im oberen Bereich auch nicht gescheit möglich.
Also habe zu einem Trick gegriffen und habe eine Spanplatte als Träger dazwischen gesetzt und habe diese dann so gut es ging plan ausgerichtet.

 

Die Platte reicht nicht ganz bis nach oben, da die Dampfbremse zu straff gespannt ist. Da die Deckenplatten faserverstärkt sind, sollten sie die letzten 15cm ohne Träger auskommen.

Lattung im OG Flur. Ich "freu" mich schon drauf, alle auf ein einheitliches Niveau zu bringen...




Gipskarton in der Ankleide


Da fehlt wohl noch eine Spanplatte...

Rigips im Schlafzimmer


Nächstes Projekt: Sanitärinstallation


Wir haben mal mit dem Bad im EG angefangen. Hier im Bild die Vorwandelemente für WC und Bidet. Liegen beide etwas dicht aneinander. Ich glaube aber mal, dass dieser Kompromiss verschmerzbar ist, da WC und Bidet selten gleichzeitig benutzt wird. (von Brechdurchfall vielleicht mal abgesehen, aber lassen wir das...) Und bitte keine Kommentare a la, Geberit Aquaclean 8000 (zu teuer, zu kompliziert, zu viele Fehlerquellen). Aquaclean 4000 fällt wegen akuter Hässlichkeit aus.

HT-Installationen im Keller





Zurück zur Ankleide im OG: Mit Gipskarton sieht es dann so aus. Die Spanplatte als Zwischenlage hat noch einen Vorteil: Man braucht beim Zuschneiden der GK-Platten keine Rücksicht auf den Verlauf der Lattung nehmen.

Es hat keinen speziellen Grund dass die untere Platte imprägniert ist. Die Breite ist die gleiche wie die im Bad, d.h. ich habe den Rest vom Zuschnitt vom Bad gleich in der Kammer weiterverwendet.

Beginn der Beplankung der Dachschrägen. Im Schlafzimmer habe ich eine Schräge sogar alleine beplankt, da Sabrina einen Termin hatte. Mit diversen Hilfsmitteln ist das machbar. Macht aber keinen Spaß.


Die jeweils zweite Platte habe ich um eine Lattungsbreite gekürzt, um Kreuzfugen zu vermeiden.


Noch so ein super Thema: diese Gipskarton-Falt-Dinger für die Fensterlaibungen. Ich habe die Schenkel extra verklebt, damit für das Einsetzen mehr Stabilität in die Platte kommt. Man sollte die Dicke des vorhandenen Spalts allerdings überall kontrollieren, sonst kann es passieren, dass die Platte oben rein passt, unten aber nicht. Wenn man das zu spät merkt, gehts irgendwann weder komplett rein und auch nicht wieder raus.
Das Ergebnis sieht dann so aus.

Hat mich fast zwei Stunden Arbeit gekostet, den Sch... wieder aus der Laibung zu bekommen. Kotz!

Wenns ohne Folie schon nicht passt, wie soll es dann mit Folie passen?? Und das hier ist ein Stück einer 9,5mm dicken Ausbauplatte, die Platten der Klappdinger sind aus 10mm dickem GK...

Vom Ausbauberater gab es den Tipp, die Kanten einfach anzufasen, falls es nicht passt. Ja klar, ich schleif dann 2mm ab und mache aus der GipsKARTONplatte eine Gipsplatte. Kleiner Tipp von mir an ProHaus: Wie wäre es mit präziser Fertigung??? Ach so, die gibts nur nebenan auf der Gussek-Fertigungsstraße.

Nächstes Projekt: Wäscheabwurfschacht.
Hier die Vorbereitungen für die Montage der 300er KG-Rohre.





Nächstes Projekt: Zentralstaubsaugeranlage.
Da hätte ich doch beinahe vergessen, das Rohr für den Staubsauger einzubauen. Wat n Glück dass alles nur geschraubt ist. Platten wieder ab, Loch rein und mit den entsprechenden HT-Rohren wieder montieren.
Tipp vom Sani: aus allen Bögen und sonstigen Teilen die Dichtgummis rauspulen, Rohrverlauf hinexperimentieren und erst wenn alles passt, Stück für Stück die Dichtgummis wieder einsetzen.


Ich habe den Bogen einfach mit Acryl festgeklebt. Natürlich habe ich nochwas vergessen: das Signalkabel für den Sauger fehlt noch. Aber das bekommen wir auch noch hin. Ist ja nur ein dünnes 12V-Kabel.


Wie so oft, habe ich die besten Ideen immer erst zum Schluss.
Das Justieren der Lattung für die Dachschrägen war nervig. Die obere und untere Latte haben wir horizontal einfach mittels eines straff gespannten Fadens ausgerichtet. Den vertikalen Verlauf haben wir dann über eine Richtlatte ausgerichtet. Dabei hat mich immer genervt, dass die Latte eigentlich zu kurz war. Die Schräge ist bei uns 2,20m lang. Ne 2,5m lange Richtlatte ist zu lang, die 2m Version ist zu kurz... Also habe ich schlussendlich eine 2,5er geopfert und 30cm abgeschnitten.


Dann kann man die Richtlatte mittels Schraubzwingen an der oberen und unteren fertig ausgerichteten Deckenlatte festmachen und anschl. ganz in Ruhe justieren. Leider hatte ich die Idee erst beim letzten Zimmer im OG...

Zu zweit schafft man die Dachschräge in einem Raum locker an einem Abend.

 

Woran wir am Anfang auch schier verzweifelt sind, sind die faserverstärkten Deckenplatten. Die sind zwar schön handlich, aber durch die Armierung geht die Platte beim Anschrauben an die Balsa-Deckenlatten regelmäßig als Sieger hervor. Will heißen: die Schrauben lassen sich nicht komplett versenken und drehen einfach durch. Auf die Idee, die Platten an den Schraubenlöchern mit 4mm vorzubohren, sind wir leider auch erst ziemlich spät gekommen.





Wenn das Blau der Dampfbremse, bzw. das Braun der Spanplatten durch Hellgrau ersetzt wird, zeigen die Lampen endlich mal wieder Wirkung. Gipskarton anschrauben macht am meisten Spaß. Da kann man in kurzer Zeit wirklich ein paar "Meter" machen und man sieht hinterher einen deutlichen Unterschied. Für die senkrechten Wände im OG haben wir gerade mal zwei Wochenenden gebraucht.
Was mir dabei noch einfällt: Bei der Anlieferung des Ausbaumaterials haben wir uns dazu entschlossen, die Spanplatten und alle großen Gipskartonplatten im EG zu lassen. Wir haben vor dem Anbringen der Spanplatten im OG lediglich ausgemessen, wie viele ganze Platten wir ohne Zuschnitt maximal verarbeiten können (16 Stück), haben diese dann auf Länge gebracht (OG maximal 2,59m, also 8cm kürzer) und dann nach oben getragen. Lediglich nach der Länge der Wand zu entscheiden, wie viele ganze Platten man braucht, reicht aber nicht, weil eine 2,50m lange Wand ja nicht automatisch bedeutet, dass man zwei 125cm breite Platten anschrauben kann. Wenn die Wandstiele ungünstig liegen (und das tun sie eigentlich immer), bedeuten 2,5m Wand meist eine ganze Platte und zwei Zuschnitte. Alle anderen Platten haben wir im EG gelassen, und erst nach dem Zuschnitt hoch getragen. Beim Gipskarton war es fast genau so, nur dass wir die ganzen Platten nicht zwischengelagert haben, sondern immer einzeln vor dem Anbringen hoch getragen haben. Das war wesentlich entspannter und ich bin heilfroh, dass wir eben nicht wie im Ausbauordner beschrieben, einfach stumpf eine Hälfte in das OG und die andere Hälfte ins EG gebracht haben.

Kommentare:

  1. Sieht doch schon super aus! Ihr habt ja ein richtiges Schraubenmassaker veranstaltet beim Gipskarton :-) Also der kommt nicht mehr von der Wand...Wünsche viel Spaß beim Spachteln und Schleifen...

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    1. Hi Nadine,

      natürlich macht das Schleifen wenig Spaß. Die vielen Schrauben sind auch ein bißchen dem Schnellbauschrauber geschuldet. 50 Schrauben in einer Minute sind mit dem Ding ja kein Problem. Mein befreundeter Lackierer hat uns eingebläut, dass es halt in erster Linie aufs sorgfältige Spachteln ankommt. Sabrina und ihre Mum haben mittlerweile fast alle Schraubenlöcher im OG schon verspachtelt. Nur ganz wenig Spachtelmasse sorgfältig auftragen und nachdem die Masse angezogen hat, mit einem großen und glatten Spachtel alle Grate abstoßen. So wie es aussieht hat Sabrina auch ein ganz gutes Talent dafür. Das ist jetzt auch ohne Schleifen schon so glatt, dass es zumindest dafür ausreichen würde, Malervlies draufzukleben und drüberzustreichen. Für Tapete (ohne Vlies drunter) reicht es sicher noch nicht, aber wenn der zweite Spachtelgang schön dünn erfolgt, hab ich vor dem Schleifen der Schraubenlöcher keine Angst. Was natürlich Arbeit macht, sind die Fugen. Da habe ich die Devise ausgegeben, dass wir lieber noch etwas Gipskarton nachkaufen, als auf Teufel komm raus alle Reste irgendwo dranzubasteln. Bei den Deckenplatten haben wir etwas Hirnschmalz investiert und die Lage der Deckenlatten so ausgemittelt, dass wir so viele ganze Platten dranmachen können, wie möglich. Deshalb sind die Platten an der Dachschräge bei uns auch hochkant statt längs.

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    2. Das stimmt wohl, die Schrauben sind das kleinere Spachtelproblem, das kann man sogar per Hand schleifen. Bei den Fugen muss man halt ordentlich viel Masse reinschmieren und dann extrem glatt abziehen. Ich würde immer alles schleifen, denn das Malervlies zieht sich noch richtig trocken und dann siehst du jede noch so kleine Delle an der Wand.(Stellen wir grad an manchen Stellen fest)
      Bei Raufaser ist da ja egal, aber die habt ihr nicht, oder?

      Hast du meine Mail wegen dem Langhalsschleifer eigentlich bekommen?

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    3. Zum Thema Langhalsschleifer weiß ich nur dass Du Christoph nochmal fragen wolltest, ob er Ihn entbehren kann.

      Gruß

      Falk

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    4. Oh..dann ist die Email wohl nicht angekommen..ich schreib dir noch mal eine.

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  2. Hi Falk, den Typ von der Giraffe schicke ich Dir kurzfristig, da gibts mehrere - wir haben ein etwas älteres Modell.
    Wir haben auch erst mal alle GK Platten unten gelagert, das macht einfach mehr Sinn. Für die rausguckenden Schrauben gibts noch ein probates Mittel: Schlagschrauber! Also eigentlich jede Menge Gewalt, das hilft erstaunlich oft.
    Wir haben einen kleinen Makita Schalgschrauber - den kleinsten aus der 14,4 V Reihe, und der knallt jede Schraube in die Decke. War auch sehr praktisch als wir die Bautreppe ausgebaut haben um die Wände im Treppenhaus zu schliessen.

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