Montag, 2. September 2013

KW 35

Die letzten Tage waren etwas durchwachsen, was unser Vorankommen auf der Baustelle betrifft. Im Prinzip kämpfen wir immer noch mit der Elektrik und ich mache mir langsam auch Gedanken, den Umfang der Verkabelung vielleicht doch etwas einzuschränken. Der Vollständigkeit halber hier trotzdem mein Bericht:

In der Zwischenzeit gab es mal wieder diverse Post.
1.) Post vom Bauamt. Es werden 85,-€ für die Rohbaubesichtigung fällig.
2.) Post von der Entega (unser Baustrom-Energielieferant). Für angeblich verbrauchte 700kWh Baustrom ist eine Nachzahlung von 11,27€ fällig und unser monatlicher Abschlagsbetrag erhöht sich von 108 auf 125€.
Keine Ahnung wie die auf die 700kWh kommen. Die sollen zwischen dem 15.5. und 20.7. verbraucht worden sein. Habe zufällig am 11.8. den Zählerstand fotografiert, da waren es für kanpp drei Monate 300kWh. Auf der Abrechnung steht hinter den 700kWh *maschinell hochgerechnet - aha. 
Entweder ich rufe da mal an und frage, was das soll oder wir bekommen am Ende eine hübsche Rückzahlung. Der Baustrom kostet übrigens knappe 29ct pro kWh und es gibt keine Möglichkeit für selbigen den Anbieter zu wechseln.
3.) Die erste Post in Hassenroth! Wir haben zwar weder einen Briefkasten noch eine Hausnummer, doch das hat den Briefträger nicht davon abgehalten uns den Brief an die Haustür zu klemmen. Selbiger kam vom Inkassobüro der Prüfstatiker. Irgendeine Pappnase hat das Anschreiben an unsere Adresse in Dieburg hinten einsortiert, so dass im Sichtfenster der Text der Rechnung zu sehen war. Praktischerweise stand da die Adresse des Bauvorhabens (ohne Hausnummer). Tjaa - kleines Nest - kurze Straße - das können wohl nur die "Neuen" sein.
Unerfreulicher Inhalt des Schreibens war eine weitere Rechnung über 1360,-€, so dass sich die Kosten für den Prüfstatiker mittlerweile auf über 2600,- summieren, also ziemlich dicht an dem Wert, den ich befürchtet hatte. Sprich: Kostenschätzungen von ProHaus mal Faktor 3 ergibt die tatsächlich anfallenden Kosten.

Zurück zur Baustelle:
Ich habe alle Einzelkabel der Deckenspots von Wohnzimmer und Küche (54 Stück...) vom Wohnzimmer in die Abkastung in den Flur gezogen. Die haben gerade so durch die zwei 28er Löcher gepasst, die ich dafür gebohrt hatte. In die Säule kommt dann ein kleiner Schaltkasten in dem ich dann die Leuchten zu Gruppen zusammenfassen werde. Wir haben die Leitungen erst nachträglich nummeriert, da die Beschriftungen das Durchziehen durch die Löcher eh nicht überstanden hätte, bzw. genauer gesagt hat sich Sabrina darum gekümmert. Also jedes einzelne Kabel mit einer Fassung versehen, Birne dran, anschließend jedes Kabel einmal kurz unter Spannung setzen und schaun, welche Lampe grade leuchtet und Nummer auf dem Kabel vermerken. Für die Nummerierung habe ich solche Kabelmarkierer besorgt:

Wer genau hinschaut, dem fällt auf dass die 2 fehlt. Ebay-Kauf. Beim Verkäufer reklamiert und um Nachlieferung der 2er gebeten. Der Verkäufer bietet an, dass er den unbrauchbaren Artikel komplett zurücknimmt und mir den Kaufpreis erstattet. Toll, die Rücksendung per Brief kostet 2,40€ - der Satz Kabelmarkierer 2,45... War aber trotzdem nicht ganz so tragisch, da ich drei verschiedene Größen bestellt habe und von dem Fehler nur die mittlere Größe betroffen war, die eh für nix zu gebrauchen war.

Ich konnte es mir nicht verkneifen mal ein Paar Lampen anzuschließen, genauer gesagt 22 Stück, da ich keinen passenden 12V Trafo parat hatte und die Lampen dann in Reihe an 230V angeschlossen habe.
Sieht schon ganz nett aus.



Weiterhin habe ich acht Leerdosen für Außensteckdosen gesetzt. Leerdosen deshalb, da ich außen an der Wand keine Aufputz-Steckdosen haben möchte. Eigentlich sollte man dafür Kaiser Econ Styro 55 nehmen, die sind speziell dafür entwickelt. Mit über 6€ pro Dose sind die mir aber zu teuer, so dass ich normale winddichte Hohlwanddosen genommen habe. Allerdings "echte" winddichte mit Gummimembran und nicht die komischen Teile, die von ProHaus als winddichte Dosen mitgeliefert werden. (Habe grade kein Foto von denen - das reiche ich noch nach)


 Eine "echte" winddichte Hohlwanddose.

Die erste Dose habe ich noch mit Dampfbremsfolienkleber eingeklebt, habe mich dann aber umentschieden, da der Kleber auch nach dem Trocknen noch elastisch und vor allem klebrig bleibt und ich nicht weiß, ob sich das mit dem Putz verträgt, der hoffentlich dieses Jahr noch auf das Styropor kommt.
Die restlichen Dosen habe ich folgendermaßen eingesetzt:
1.) Loch für Hohlwanddose in das Styropor schneiden und aushöhlen
2.) zwei 9mm Löcher durch die Wand bohren, eins gerade durch und das zweite mit leichter Steigung nach oben. 
3.) Durch das Loch mit der Steigung wird das Kabel gezogen. Sollte die Dose nicht 100% dicht sein, wird durch die Steigung des Kabels zur Wand hin vermieden, dass Wasser in die Wand läuft.
4.) Kabel in Hohlwanddose einfädeln und Hohlwanddose einsetzen. Dose gerade ausrichten und Befestigungsklammern leicht anziehen.
5.) Kabel außen und innen mit Kabelbinder sichern.
6.) Durch das andere Loch jetzt den Hohlraum mit Bauschaum füllen. Die Kabelbinder sorgen dafür, dass die Dose nicht durch den Druck des sich ausdehnenden Bauschaums herausgedrückt wird.

Damit sollte die Dose wirklich dicht im EPS sitzen



Weiterhin haben wir zusätzliche Kabel in die Rollladenkästen eingezogen, da ich an den Fenstern Richtung  Süden und Westen später gerne Raffstores anbringen möchte (falls noch Kohle dafür übrig ist - also irgendwann 2020...) Wenn die Sonne richtig reinknallt hat man bei den Rollläden ja nur die Wahl zwischen ziemlich zappeduster oder mehr oder weniger voller Bestrahlung. Raffstores bieten die Möglichkeit Licht ohne direkte Sonne reinzulassen. Naja, wahrscheinlich werden wir uns einfach dran gewöhnen, wie fast alle und dieses Projekt wird nie verwirklicht. Egal, Kabel liegt im Kasten und wartet auf Anschluss.



Kleines Detail der Holzfenster. Im Werk wohl beschädigt und eben mal schnell drübergestrichen.
Ich würde mich jedenfalls nie wieder für Holzfenster entscheiden, weil die einfach viel zu empfindlich sind. Zumindest die von Gussek braucht man nur scharf anzuschaun und schon is ne Macke drin.

Des Weiteren haben wir im EG die Abluftleitungen in die Wände gezogen (je 1x Küche und Abstellkammer und 3x für Abluft OG).
In der nichttragenden Wand habe ich die Leitungen wie von Pluggit vorgesehen durch den Obergurt gezogen, wobei es ganz schön kniffelig war 60mm breite ovale Löcher in das nur 70mm breite Holz zu bekommen.



Unten habe ich das Holz komplett weggeschnitten, damit die Bögen auf dem Boden aufliegen und später in der Dämmung unter dem Estrich verschwinden können.



Bei den Luftleitungen für das OG habe ich den Untergurt ausgeschnitten. An der Stelle halte ich das für vertretbar, da direkt nebendran der senkrechte Stahlträger verläuft, auf dem wiederum der Stahlträger für die Decke in der offenen Küche und der Wohnzimmertür aufliegt. Außerdem geht es nur um den Untergurt, d.h. die Wandstiele bleiben unangetastet, so dass die Statik nicht beeinträchtigt wird.




Im oberen Bereich verlassen die Rohre allerdings die Wand, da ich mich schwer hüten werde, den Obergurt dort in einem so breiten Bereich aufzuschneiden. Die Öffnung für die Durchführung haben wir schon vor dem Anbringen der Deckendämmung gemacht - natürlich außerhalb der Balkenlage. Das heißt im Klartext, dass da wieder eine neue Abkastung gebaut werden muss...

Immerhin haben wir die Kabelage jetzt soweit fertig, dass Sabrina die Wände in der Küche und im Wohnzimmer dämmen konnte. Allerdings auch nicht ganz, da auf der Westseite vorerst noch ein Bereich frei bleibt, da wir uns entschieden haben, den Kamin doch auf Traufseite im Wohnzimmer aufzustellen.
Dafür brauchen wir dann erst einmal eine passende Wanddurchführung, die unser Schorni auch absegnet.
Unser Bezirksschornsteinfegermeister macht aber einen ganz netten und vor allem kooperativen Eindruck. Er war letzten Mittwoch auch auf der Baustelle, damit ich ihn zu unseren Plänen befragen konnte. Sollte eigentlich alles machbar sein, so wie wir uns das vorstellen. 








Zum Abschluss noch ein Bild der Situation auf dem Spitzboden, wo alle Leerrohre, Netzwerk- und Sat-Kabel zusammenlaufen. Sieht aber schlimmer aus, als es ist ;-)

Kommentare:

  1. Hallo! ...und dann kommt noch eine Neugierige, die euch kostbare Zeit "stiehlt". Die Lampen sehen toll aus - das mit dem Keller...oh man! Ich möcht mich bei euch bedanken für die vielen Infos und den Rundgang und den Kaffee. Der Tipp mit den Außensteckdosen war sehr gut!!! Ich werde weiter euer Tagebuch verfolgen. Mal schauen, wann es bei uns los gehen kann. Liebe Grüße aus Groß-Umstadt

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